Sidekicks

Noni

Ein Beispiel für das Schicksal eines „neuartigen Lebensmittels“ ist Noni. Eine aus Australien stammende Frucht hat sich bis auf die polynesischen Inseln und von dort aus nach Hawaii verbreitet. Hier bekam die indische Maulbeere auch ihren Namen „Noni“.

Die Frucht wird in den Herkunftsländern als Entzündungshemmer genutzt. Ihr extrem hoher Anteil an Enzymen und weiteren Inhaltsstoffen ist die wissenschaftliche Erklärung dafür. Zusätzlich werden ihr immunstimulierende und stoffwechselfördernde Eigenschaften nachgesagt. Dennoch wurde der Vertrieb von Noni-Saft und anderen Produkten in Deutschland verboten. Deshalb stellte die Firma Tahitian Noni den Antrag auf Zulassung. Nach Jahren zähen Ringens wurde nun der Saft  – und vor kurzem auch die Blätter für Aufgüsse  – zugelassen.

Der nächste Schritt war die Zulassung von Noni Pürree. Dieses ist seit Februar 2010 auf dem deutschen Markt zugelassen. Ein ganzes Jahr nachdem die EFSA im Frühjahr 2009 die Unbedenklichkeit bescheinigt hatte. Dies ist nur ein Beispiel für den langen Atem, den ein Unternehmen braucht, um ein Produkt auf dem deutschen Markt zuzulassen.

Nur brachte der Firma Tahitian Noni die von ihr erwirkte Noni-Saft- Zulassung nur kurze Zeit eine Monopolstellung. Denn bald schon meldeten zahlreiche Wettbewerber andere, zum zugelassenen Noni-Saft durch analytische Daten belegt „im Wesentlichen gleichwertigen“ Noni-Säfte aus Hawaii oder anderen exotischen Regionen bei der Kommission über ein erleichtertes Notifizierungsverfahren mit erheblich geringeren Kosten an.

Stevia – Siegeszug eines altbewährten Süßungsmittels

Stevia ist ein weiteres trauriges Kapitel, das davon handelt, wie eine Pflanze, die viele positive Eigenschaften mitbringt, vom Markt verdrängt wird. Im Jahr 2000 wurde ein Antrag auf Zulassung als Novel Food abgelehnt. Im Jahr 2007 wurde ein zweiter Antrag auf Zulassung der Pflanze als Novel Food gestellt. Die EFSA hat in ihrem Gutachten 2010 Stevia bereits für unbedenklich erklärt. Der EU-Kommission liegt außerdem ein Antrag auf Zulassung von Stevia-Extrakten als Zusatzstoff (Süßstoff) vor. Trotzdem dauert die Zulassung noch an.

Lediglich als Tee-Auszug darf Stevia in Joghurts der Andechser Molkerei Scheitz seit 28. September 2011 verwendet werden – denn hier handelt es sich nicht um einen neu entwickelten Extrakt, sondern um Tee, der schon lange in der EU verwendet wird.

Die Zeit Online über Stevia:http://www.zeit.de/2008/47/DOS-Stevia

Übrigens….

Die EU-Kommission, die ja dieses Verordnung erst ins Leben gerufen hat, hat den Reishi als kein Novel Food eingestuft. http://ec.europa.eu/food/food/biotechnology/novelfood/nfnetweb/mod_search/index.cfm?action=mod_search.details&seqfce=151

Warum wehren sich deutsche Gerichte dagegen, sich dem anzuschließen?

 

 

 

 

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